
Hemsbach. "Guten Morgen. Glückwunsch zum 100. Geburtstag." Die stellvertretende Vorsitzende der Sportgemeinde Christa Hohenadel und der Vereinschef Roland Heinzelbecker schüttelten gestern viele Hände im "Sportreff". Denn der Empfang mit den gut 60 Gästen, darunter auch Bürgermeister Jürgen Kirchner, bildete den Auftakt zum 100-jährigen Jubiläum des Hemsbacher Traditionsvereins.
Die Zweite Vorsitzende wertete diesen Empfang als "Dankeschön" für die Vereinsmitglieder, die als Abteilungs- oder Übungsleiter, Trainer, Betreuer und Helfer dem Verein stets "verlässlich zur Seite stehen und kompetente Arbeit leisten."
Außerdem sei dieser Empfang als Dankeschön für Geschäftspartner, Freunde und Sponsoren gedacht. Von einem Fußballverein im Jahre 1912 habe sich die SG mittlerweile zu einem Mehrspartenverein im Jahre 2012 mit 1300 Mitgliedern entwickelt, so Hohenadel. Darauf könne man stolz sein.
Die Entwicklung sei aber noch nicht abgeschlossen, vielmehr kämen neue Herausforderungen auf den Verein zu. Hierzu zählte sie etwa die Ganztagssschule oder die Alterspyramide der Bevölkerung. "Diesen Herausforderungen stellen wir uns. Wir werden hier Projekte schultern müssen, die wir auf keinen Fall alleine schaffen können. Hierzu wird die Hilfe der Stadt, der verschiedenen Sportorganisationen und des Landes nötigt sein", betonte die stellvertretende Vorsitzende, die anschließend einen zehnminütigen Ausflug in die 100-jährige Geschichte des Vereins unternahm.
Modellcharakter im Sportbund
Am 15. Januar 1912 begann alles, als 18 Interessierte den Fußball-Club Hemsbach gründeten. Als Vereinsfarbe wählte man Gelb und Blau. Bereits 1923 kam es durch interne Querelen zu einer Spaltung und zur Gründung des 1. Fußballvereins Hemsbach. 1937 feierte man 25 Jahre Fußball in Hemsbach. Wegen des Krieges und der Fliegerangriffe wurde der Sportbetrieb ab 1941 aber stark beeinträchtigt. 1946 fanden sich dann alle Hemsbacher Vereine unter dem Namen "Sportgemeinde" als Dachorganisation zusammen. Doch schon ab 1949 gingen die Vereine wieder ihre eigenen Wege. Im Jahre 1950 wurde in der Satzung ausdrücklich festgelegt, den Namen Sportgemeinde zu behalten und die Tradition der früheren Fußball und Leichtathletik Vereine ab dem Jahr 1912 fortzusetzen. Der Verein wurde größer und größer, neue Abteilungen kamen hinzu. Heute besitzt die SG Abteilungen für Fußball, Badminton, Aerobic, Fitness, Gesundheitssport, Kindersport, Leichtathletik, "The Beyond Dancers" und seit Jahresanfang eine Baseball-Gruppe für Kinder.
Hohenadel lobte auch das fruchtbare Miteinander von Alt und Jung im geschäftsführenden Vorstand, was Modellcharakter habe und im Badischen Sportbund bereits anderen Vereinen vorgestellt wurde. Dass die Sportgemeinde bei der jährlichen Sportlerehrung der Stadt "fast nie fehlt" wertete die 2. Vorsitzende als weiteren Erfolg für den Verein. "Die Weiterentwicklung werden wir nicht aufhalten, sondern mit Spannung verfolgen. Wir sind auf dem richtigen Weg, packen wir es gemeinsam an", rief Hohenadel am Ende ihres historischen Rückblicks den Gästen zu.
Herausforderung Ganztagsschule
Ehe Bürgermeister Kirchner das Wort ergriff, zeigte Maria Apel von den "Beyond Dancers" eine kurze Tanzeinlage. Das Stadtoberhaupt sagte, dass die SG jetzt 100 Jahre alt sei. Zugleich sei der Verein aber modern und gut aufgestellt und reagiere seit Jahren auf die Veränderungen in der Gesellschaft. Ganztagsschule sei eine der neuesten Herausforderungen. Auch hier sei Kirchner aber überzeugt, dass der Verein diese meistere. Denn die SG besitze ein großes Potenzial an Älteren, Ehrenamtlichen sowie Aktiven. "Sie gehen in eine gesicherte Zukunft, wenn alle mitziehen und alle am Ball bleiben", fügte er hinzu und gratulierte zum Geburtstag. hr