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In diesem Bergstraßenderby wäre ein Unentschieden, sowohl nach dem Spielverlauf als auch nach den Torchancen, das gerechte Ergebnis gewesen. Die Umstände des Gastgebersieges waren, dass die TSG einmal effektiver vor dem Tor war und dass es erneut ein Geschenk der Hemsbacher an ihren Gegner gab, wie es schon in den Spielen zuvor vorgekommen ist. Nach einer Hereingabe von links konnte SG-Schlussmann Paul Weber den Ball nicht festhalten. Der Ball entglitt ihm einen Meter vor der Torlinie aus den Händen, genau vor die Füße von Simon Stadlmüller, dem Bruder des Hemsbachers Lukas Stadlmüller. Und der sagte danke und schob den Ball zum 3:2 ins Tor. Da hat der Hemsbacher Torwart Weber wohl den Lukas mit dem Simon verwechselt und gedacht: Wenn der Lukas da steht, muss ich nicht so fest zupacken. Auch scheiterte ein Remis daran, dass Lukas Stadlmüller in der ersten Hälfte nur die Lützelsachsener Torlatte traf.

Das war ein Spiel, so wie es sein soll, zumindest für die neutralen Zuschauer. Am wenigsten für die Trainer, die sich über ihre Sturm- und Abwehrabteilungen ärgern: über die Stürmer, weil diese viele Chancen versiebten, und über die Abwehr, weil diese zu viele Chancen zugelassen hat. Es war aber trotzdem ein sehr unterhaltsamer Sonntagmittag. Das Unentschieden war genau das richtige Ergebnis, aber das Resultat war falsch. Statt 3:3 hätte es mindestens 6:6 oder gar 7:7 enden können.

Die SG Hemsbach hat ihre kleine Erfolgsserie ausgebaut. Das war das vierte Spiel mit einem Unentschieden und drei Siegen. Es sollte heute nicht einfach werden, erstens weil es ein Bergstraßenderby war und zweitens weil auf einem Naturrasen gespielt wurde, der schwer zu bespielen war. Diese Erfahrung machte besonders Lukas Stadlmüller bei seiner mehr als hundertprozentigen Chance, als er von Bytyqi den Ball herübergelegt bekam und ihn in der 38. Minute aus 10 Metern am leeren Tor rechts daneben schob. Schuld war der unebene Rasen, weil der Ball unverhofft aufsprang.

Immer wenn Hemsbach gegen Gartenstadt spielt, ist was los. Letzte Saison ein 18:2-Sieg der SG, davor mal ein 5:6-Sieg in Gartenstadt. Und heute wieder ein Spektakel, was für ein Spiel. Mobiltelefon-Beweis, Rudelbildungen, rote Karten, und – Fußball wurde auch gespielt – es fielen zehn Tore. Jeder, der heute nicht im Stadion war, hat wahrlich etwas verpasst.

Die SG Hemsbach fährt nicht so gerne nach Weinheim, denn seit 2022 gelang kein Sieg mehr gegen die TSG. Aber heute, da war man sich sicher, könnte etwas möglich sein. Denn Weinheim hat Personalprobleme und steht außerdem mit 0 Punkten am sechsten Spieltag an vorletzter Stelle in der Tabelle. Ein Spiel musste Weinheim wegen Personalmangels sogar absagen. Und bis zur 81. Minute hatte es sogar sehr gut ausgesehen, obwohl man heute nicht gerade die beste Leistung abrufen konnte.